Rt Poeticus Reimlexikon zum Nachdenken

Ritter Poeticus DisplayRt Poeticus der Überirdische, profan Christoph Hartlieb.
Ein Ritter von der höchsten Güte
 von Getreu und sanft Gemüte,
 der insgeheim mehr ist als Schein,
 lebendiges Wissen fasst in Reym.

Bok Poeticus.php
Auf das Buch drücken, um wertvolle Bereicherung seiner kreativen Tätigkeit zu erfahren.

 

4-Zeiler von Rt Poeticus

Das Wort zum Dienstag

Fortuna, mach die Reichen weise
und alle Armen satt und froh.
Schick Sesshafte auf eine Reise,
entflamme Laue lichterloh.

Wart nie so lange, bis es passt
und du die Zeit für etwas hast.
Denn ist es endlich fast so weit,
dann hast du wieder keine Zeit.

Will etwas nicht sofort gelingen,
verlieren viele Lust und Mut.
Oft lässt Erfolg sich nicht erzwingen,
was lange währt, wird endlich gut.

Nicht jedem kann und muss gefallen,
was du bevorzugst, sagst und machst.
Doch zweifellos gefällt es allen,
wenn du von ganzem Herzen lachst.

Ist jemand unfreundlich zu dir,
beschwer dich nicht mit Saus und Braus.
Denn wie´s hineinschallt in den Wald,
so schallt es auch aus ihm heraus.

Stets gibt es Widerwärtigkeiten,
die schmerzhaft schocken, zwicken, jucken.
Das wirksamste Rezept dagegen:
Nicht kauen, sondern einfach schlucken.

Das Leichteste wird schwer wie Blei,
tust du es zögernd, ohne Lust.
Das Schwerste macht dich froh und frei,
tust du es gern uns selbstbewusst.

Das Coaching ist zur Zeit in Mode,
sich coachen lassen wird zur Pflicht
vom Vorschulalter bis zum Tode.
Drum tu es – oder tu es nicht.

Ein Streit ist niemals zu empfehlen,
besonders zwischen zarten Seelen,
schon gar nicht, wenn er dazu führt,
dass dann ein dritter triumphiert.

Der Zahn der Zeit kann mit Behagen,
was lieb und teuer ist, zernagen.
Er spaltet, kratzt, zerschlägt und reibt.
Nur eins nicht: Die Erfahrung bleibt.

Direkte Wege sparen Zeit
im wahren Leben wie im Spiel.
Doch kommt es immer wieder vor,
nur Umwege führ´n dich zum Ziel.

Die Ziege frisst, wo man sie festgebunden,
und frisst halt, was es da so gibt.
Der Mensch kann fressen, fressen, fressen,
wo, was und wie es ihm beliebt.

Wenn Wut und Zorn ihr Haupt erheben,
so wie´s geschieht von Zeit zu Zeit,
gilt´s, extra nach Vernunft zu streben,
denn da liegt auch Irrtum auch nicht weit.

Wohl jeder kann in Zorn geraten,
was nicht so schwer ist zu verstehn,
doch lasse er darüber niemals
die Sonne abends untergehn.

Ein Vorteil, wenn man reden kann.
Noch wichtiger vielleicht, man denkt.
Drum klingt´s auch nicht o k, wenn dann
die Zunge die Gedanken lenkt.

Beachte, eine spitze Zunge
wird durch Gebrauch nicht rund und glatt.
Im Gegenteil, es findet eher
noch weitere Zuspitzung statt.

Die Zunge ist als Instrument
für viele Zwecke zu verwenden.
Doch mög`, ist die Gefahr auch groß,
die Zunge nicht als Zange enden.

Wohl niemand ist allein beliebt,
weil er Besitz hat und Verstand.
Gerade wenn´s bei jemand piept,
ist er für viele intressant.

Es ist kaum möglich, mit zwei Herren
vertraulich und korrekt zu kramen.
Doch wird es ganz bestimmt nicht glücken,
versuchst du dieses mit zwei Damen.

Wenn einer plötzlich kotzen muss,
weil die Verhältnisse so sind,
versuche er doch mindestens,
zu meiden starken Gegenwind.

Dass sich zwei Menschen manchmal streiten,
ist traurig, doch es ist halt so.
Doch sollten sie noch bis zum Abend
den Rest hinunterspül´n im Klo.

Als Gott das Paradies designte,
lag´s selbstverständlich für ihn nah,
dass er dabei dem Vorbild folgte,
was er in Stockholms Schären sah.

Du wirst am Schluss nicht so bereuen
die Fehler, die du einst gemacht,
vielmehr die vielen schönen Fehler,
an die du nicht einmal gedacht.

Steht dir die Scheiße bis zum Hals,
lass deinen Kopf deshalb nicht hängen.
Denn sinkt der Kopf zu tief hinab,
dann kann dich Atemnot bedrängen.

Kannst du zwei Dinge eng verbinden,
dann wird dein Glück unendlich sein:
Ein miserabeles Gedächtnis
und die Verdauung weich und fein.

Wer lachen kann und gerne lacht,
wird überall willkommen sein.
Wer in den höchsten Tönen schnarcht,
bleibt leider lebenslang allein.

Das Glück ist eine hübsche Hure,
hüpft ungeniert von Bett zu Bett.
Drum sei nicht zu vertrauensselig,
ansonsten ist dein Frust komplett.

Das Gestern ist weg,
das Morgen nicht da.
Und heute ist heut,
tirallalala.

Die Dummen drängen sich gern vor,
damit sie möglichst jeder sieht.
Die Klugen halten sich zurück,
damit sie sehen, was geschieht.

Die Bibel legt dem Menschen nah:
Sprich, wenn du sprichst, nein oder ja!
Doch der ergeht sich in Gelaber
und diskutiert das Wenn und Aber

Rauch nie im Bett, so heißt mein Rat,
auch nicht im stillen Kämmerlein.
Die Asche, die herunterfällt,
kann nämlich deine eigne sein.

Wie glücklich sind die Pessimisten,
wenn ihnen der Beweis gelingt,
dass nichts, rein Nichts auf dieser Erde
sie glücklich macht und Freunde bringt.

Mein Freund, du möchtest fliegen, schweben?
Und sei ́s für eine Weile bloß?
Dich über alles leicht erheben?
Ich hab die Antwort: Lasse los!

Nur Schatten wäre unerträglich,
fortwährend Sonne eine Qual.
Welch Glück, die Szene wechselt täglich,
bald so, bald anders, Berg und Tal.

Ein Übel fängt oft ganz klein an,
worauf es sprunghaft wachsen kann.
Statt dich mit Warten zu beschweren,
fass Mut, den Anfängen zu wehren.