Rt Poeticus Reimlexikon zum Nachdenken

Ritter Poeticus DisplayRt Poeticus der Überirdische, profan Christoph
Hartlieb.
Ein ernster Mensch, der gern lacht. Häufig auf Reisen, entweder in die Weite der Welt oder in die Tiefe des Ichs.
Bok Poeticus.php
Auf das Buch drücken, um wertvolle Bereicherung seiner kreativen Tätigkeit zu erfahren.

Wahrheiten
Die Menschen pflegen oft zu lügen,
und zwar, dass sich die Balken biegen.
Willst du daher die Wahrheit wissen,
dann wirst du Kinder fragen müssen.
Die Wahrheit ist ein hoher Wert.
Ein übler Schuft, der sie nicht ehr.
Doch wird, wo´s immer Wahrheit gibt,
sie mehr gelobt als echt geliebt.
Die Wahrheit braucht nicht viele Worte,
die Lüge braucht bedeutend mehr.
Was wahr ist, richtig zu entscheiden,
fällt, so gesehen, gar nicht schwer.
Wo immer eine neue Wahrheit
mit einem alten Irrtum streitet,
wird oft die Auseinandersetzung
von Lärm und Hass und Mord begleitet.
Die Wahrheit – man muss sagen leider –
trägt oft verschliss´ne, graue Kleider.
Doch hässlich ist sie darum nicht.
Wie Sonnenglanz strahlt ihr Gesicht.
Die Wahrheit ist ein scheues Reh,
schnell droht´s im Dickicht zu verschwinden.
Nicht jeder, der die Wahrheit sucht,
wird sie beim ersten Anlauf finden.

4-Zeiler zum Nachdenken

Poeticus 4-Zeile
Fortuna, mach die Reichen weise
und alle Armen satt und froh.
Schick Sesshafte auf eine Reise,
entflamme Laue lichterloh
Das Leben ist voll Fragezeichen,
und zwar in sämtlichen Bereichen,
Man merkt ́s im Sommer und im Winter:
Es steckt wahrscheinlich mehr dahinter.
Das Leben gleicht der Leberwurst.
Es nützt dir gar nichts, wenn du knurrst.
Kein Laie weiß auf dieser Welt,
was sie im einzelnen enthält.
Das Leben gleicht der Angelrute.
Dem Angler ist meist wohl zumute.
Wer an der Angel zappelt, dem
ist dies meist nicht so angenehm.
Das Leben ähnelt einer Sphinx,
im Niltal gleich der ersten links.
Sie lächelt still und rätselhaft,
womit sie viel Verwirrung schafft.
Das Leben gleicht dem Motorrad.
Wenn es genügend Treibstoff hat,
fährt es von selber.
Ohne ihn musst du es schieben oder ziehn.
Das Leben gleicht, ich weiß nicht, wem.
Zuweilen ist es angenehm.
Doch fühlt man sich zum Beispiel fiebrig,
dann lässt es sehr zu wünschen übrig.
Das Leben gleicht dem Osterei,
zwar nicht in jeglichem Detail,
jedoch insofern, als du erst
es finden musst, eh ́ du ́s verzehrst.
Die Dummen drängen sich gern vor,
damit sie möglichst jeder sieht.
Die Klugen halten sich zurück,
damit sie sehen, was geschieht.
Der Mensch sucht mit Geächz und Schnaufen
dem Missgeschick davonzulaufen.
Doch manchmal ist ́s ein Fehlalarm:
Er läuft ihm direkt in den Arm.
Der Mensch pflegt, wenigstens zuweilen,
von seinem Überfluss zu teilen.
Er fühlt, sobald er dieses tut,
sich erstens wohl und zweitens gut.
Die Bibel legt dem Menschen nah:
Sprich, wenn du sprichst, nein oder ja!
Doch der ergeht sich in Gelaber
und diskutiert das Wenn und Aber
Rauch nie im Bett, so heißt mein Rat,
auch nicht im stillen Kämmerlein.
Die Asche, die herunterfällt,
kann nämlich deine eigne sein.
Wie glücklich sind die Pessimisten,
wenn ihnen der Beweis gelingt,
dass nichts, rein Nichts auf dieser Erde
sie glücklich macht und Freunde bringt.
Die Welt mag unvollkommen sein,
beklagenswert, enttäuschend, trübe,
doch bietet sie dir jeder Zeit
Entfaltungsmöglichkeit für Liebe
Mein Freund, du möchtest fliegen, schweben?
Und sei ́s für eine Weile bloß?
Dich über alles leicht erheben?
Ich hab die Antwort: Lasse los!
Kein Mensch ist arm und elend dran,
der zweierlei besitzt und kann:
Das Staunen und die Phantasie.
Sie machen jeden zum Genie.
Nur Schatten wäre unerträglich,
fortwährend Sonne eine Qual.
Welch Glück, die Szene wechselt täglich,
bald so, bald anders, Berg und Tal.
Ein Übel fängt oft ganz klein an,
worauf es sprunghaft wachsen kann.
Statt dich mit Warten zu beschweren,
fass Mut, den Anfängen zu wehren.
Du fühlst dich schwach und arm und klein,
gerade dann versuch zu lachen.
Nie wirst du ganz verloren sein,
denn Lachen ist die Macht der Schwachen.
Heut ist der Tag, an dem du lebst.
Wer weiss, ob´s morgen noch so ist.
Was hilft´s, dass du in Trübsal gräbst,
die dich nur wie ein Krebs zerfrisst?